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Deutschland, seine Verarmung und die moderne Sklaverei PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Mike Zimmermann   
Dienstag, 23. Februar 2010 um 17:55

Hartz-IV-Empfänger haben keine Recht auf Freiheit, Selbstbestimmung und Würde

 

Hartz IV ist nicht nur der Auftakt in den sozialen Abstieg. Dieses Gesetzespaket ist die Bankrotterklärung Deutschlands gegen die Arbeitslosigkeit und gegen die Würde des Menschen.

hartz4Aus dem einstmals eng geknüpften sozialen Netz in Deutschland ist ein Netz geworden, das im Grunde nur noch aus Löchern besteht – die Maschen werden von Tag zu Tag weiter aufgerissen.

 

Seit Jahrzehnten steigt die Sockelarbeitslosigkeit weiter und weiter und niemand hat dagegen bisher eine wirksame Maßnahme gefunden. Die letzte wirksame Maßnahme war eigentlich nur die Neudefinition von „Arbeitslos“, so dass viele arbeitslose Personen bis heute einfach nur aus der Statistik herausfallen, obwohl sie definitiv keine Arbeit haben. Diese Methode wird jedoch zukünftig nicht mehr weiterhelfen.

 

Deutschland wurde und wird zum Teil noch heute von seinen eigenen Politikern schon seit vielen Jahren als Servicewüste beschimpft. Ich gebe zu, in vielen Bereichen ist das sicher nicht falsch beurteilt. Doch die Politiker meinen nicht die Rechte der Kunden sondern mehr die bezahlten Zusatzleistungen. Daher kamen sie auf die „gute“ Idee, durch Ausbau von Services in Deutschland mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Aber diese Strategie war zum Scheitern verurteilt, denn es fehlten zwei Grundvoraussetzungen: Es gab keine Unternehmer, die mehr Dienstleistungen kostengünstig anbieten wollten oder konnten und es fehlten Kunden, die diese Dienstleistungen brauchten oder bereit waren, dafür tiefer in die Tasche zu greifen.

 

Die nächste Idee also war, die Dienstleistungen einfach bezahlbarer zu machen. Dazu wurde die Idee von Niedriglohn-Jobs geboren. Dies ist aber auch eine Totgeburt, denn wer kann es sich leisten, für Löhne zu arbeiten, die unterhalb des Existenzminimums liegen. Die Rentenbeiträge sind niedrig und an eine private Altersvorsorge ist nicht zu denken. Vielfach ist es heute so, dass viele Niedriglohn-Jobs staatlich aufgestockt werden müssen, weil das Existenzminimum nicht erreicht wird. Der nächste Ansatz sind die 400-Euro-Jobs, die auch keine Altersvorsorge bzw. Rente zulassen. Und für die, die gar keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt haben, gibt es dann die 1-Euro-Jobs, für die die Betroffenen verpflichtet werden- der Anfang der modernen Sklaverei. Und nun kommt auch noch die Idee auf, Hartz-IV-Empfänger zur gemeinnützigen Arbeit (wie etwa Schneeräumung) zu verpflichten (Reichsarbeitsdienst lässt grüßen) oder „arbeitsunwillige“ Empfänger mit verschärften Zwangsmaßnahmen zu belegen. Was will man diesen Menschen noch wegnehmen, außer ihre Existenz? Wer kein Geld hat, scheint offensichtlich rechtlos zu sein!

 

Wie weit dürfen Zwangsmaßnahmen gegen wirtschaftlich schwache Mitbürger gehen? Am Ende kommt noch die Forderung, alle arbeitslosen und Hartz-IV-Empfänger einfach in Lager abzuschieben. Schließlich erhalten sie dort Unterkunft, Nahrung und Arbeit. Dort können sie auch den sozialen Frieden auch nicht stören. Und finanzierbar ist diese Lösung auch.

 

Wie man es auch dreht und wendet, alle bisherigen Maßnahmen kosten unnötig viel Verwaltungsaufwand und damit viel Geld und fallen doch ins Leere. Der einzige Effekt ist, dass durch alle diese Maßnahmen weitere Kosten für weiterführende Sozialausgaben auf die Rentenkassen verlagert werden.

 

Der Motor der Wirtschaft sind die Menschen! Sie können die Wirtschaft nur antreiben, wenn sie Geld ausgeben, folglich in Lohn und Brot stehen. Arbeit wird nicht durch Niedriglohn und durch 1-Euro-Jobs geschaffen! Es bedarf einfach nur der Investitionen in neuesten Technologien und langfristige Investitionen in die Bildung. Finanziert werden kann dies durch folgende Maßnahmen:

  • Abschaffung von Subventionen in der Energiewirtschaft

  • Rückführung von strategischen Infrastrukturen in den Staatsbesitz

  • Vereinfachung von Gesetzten

  • Verschlankung von Verwaltungen

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Daten von Steuersündern: Darf der Staat kriminell und unethisch werden? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Mike Zimmermann   
Dienstag, 02. Februar 2010 um 23:42

Ethik, Moral, Recht und Gesetz in unserer Regierung

CD-BildSoll die Bundesregierung von einem kriminellen Datendieb wirklich eine Daten-CD mit Steuersündern kaufen? Diese Frage erhitzt zur Zeit zahlreiche Gemüter. Dabei sprechen doch die Fakten für sich.

Der aktuelle Fall bezieht sich auf definitiv dubios beschafftes und möglicherweise gestohlenes Gut. Das kann also keine legale Art und Weise sein, rechtsverbindliche Beweismittel zu beschaffen. Diebe noch zu belohnen, ist mehr als nur ethisch und moralisch strittig – es ist kriminell. Sollte ich als Privatperson wissentlich gestohlene Waren, Gegenstände, Güter und immaterielle Güter erwerben, dann wird mich auch das deutsche Strafrecht wegen Hehlerei und so weiter dramatisch verfolgen. Wenn unsere Regierung das billigt, soll es plötzlich rechtens sein? Oder steht unsere Regierung plötzlich über dem geltenden Recht? Eine fehlende Präzedenz (Urteil eines Gerichtes) ist nach deutschem Recht kein Argument, einen Akt zu legalisieren oder zu entkriminalisieren. Es gibt in Deutschland eindeutige Strafgesetze, die den Handel mit Diebesgut betreffen und gleichfalls eindeutige Gesetze, die vorschreiben, wie in Deutschland rechtskräftige Beweismittel zu beschaffen sind. Beide Gesetze sind ausführlich kommentiert und genau hier sollte unser Herr Finanzminister spätestens auf rechtliche Bedenken gestoßen sein. Darüber hinaus werden alle Menschen mit genügend krimineller Energie dazu ermutigt, ebenfalls Daten zu beschaffen und gegen Geld anzubieten. Welche Daten das sein können, kann ich mir in unserer Datengesellschaft lebhaft und farbig ausmahlen.

Wenn unser Herr Finanzminister davon spricht, dass es „rechtlich vertretbar“ sei, frage ich mich, woher er seine Weisheiten genommen hat. Ich empfehle hier einen guten Strafrichter zu konsultieren, denn:

  • Fakt ist, es handelt sich um gestohlenes Gut!
  • Fakt ist, der Dieb erhält eine Belohnung und wird für sein Handeln unterstützt.
  • Fakt ist, dass Beweismittel außerhalb des rechtlich geltenden Rahmens illegal beschafft werden sollen.

Aus meiner Sicht klingen allein diese Fakten nicht rechtlich vertretbar. Zudem hat die ganze Angelegenheit auch einige Komponenten, die das internationale Recht berühren.

Und jetzt kommt die Ethik ins spiel! Wie soll man einer Regierung vertrauen, die moralisch zweifelhafte Geschäfte unterstützt? Wie soll man einer Regierung vertrauen, die Rechtsbruch vermutet, diesen aber öffentlich verteidigt? Wie soll man einer Regierung vertrauen, von der man zukünftig nicht wissen kann, welche Gesetze sie zukünftig ignoriert oder mit Füßen tritt? Wie soll man einer Regierung vertrauen, die Ethik und Moral vergisst, wenn es ums Geld geht? Was haben wir denn als nächstes zu erwarten? Vielleicht ein Rollkommando der Polizei, die ohne richterliche Anordnung jede beliebige Wohnung nur auf Verdacht auf den Kopf stellt? Bekommen wir die Staats-Finanz-Anarchie? Dann können wir die Gesetze gleich abschaffen und willkürlich regiert werden. Dann brauchen wir keine Demokratie mehr und keine Verfassung. Aus meiner Sicht sind ausreichend rechtsstaatliche Verfahren und Mittel zur Verfügung, um Straftaten aufzuklären. Außerdem ist noch nicht geklärt, ob die Daten, die hier aus dubioser Quelle stammen, überhaupt den Tatsachen entsprechen! Wer will wissen, ob die Daten nicht gefälscht sind? Es ist ja noch nicht einmal gesichert, wie die Daten beschafft wurden und wie legal diese Art der Beschaffung war!!!!

Aus zweimal Unrecht wird kein Recht. Der Bezug auf Lichtenstein ist eine Referenz auf einen Rechtsbruch. Er ist nur nicht verfolgt worden, wobei dieser Fall auch ganz anders gelagert war. Die Berufung auf den Fall Liechtenstein bildet kein Argument, denn bis heute ist nicht geklärt, ob das Handeln damals geltendem Recht entsprach. Dieses Handeln ist auch ex tunc nicht legalisiert worden. Ich bin ganz sicher nicht dafür, Straftäter davonkommen zu lassen und unbestritten ist auch Steuerhinterziehung eine Straftat. Die Frage ist allerdings, welchen Preis die Gesellschaft zahlen möchte, um eine Straftat zu verfolgen. Ich bin der Meinung, dass die Rechtsmittel in Deutschland ausreichen, um Straftäter erfolgreich zu verurteilen. Wir sind sicher nicht darauf angewiesen, geltendes Recht zu beugen oder gar zu ignorieren. Beides würde ich von einer moralisch anspruchsvollen Regierung auch nicht erwarten!

Sollte die Bundesregierung sich entschließen, diese Daten zu kaufen, so bleibt uns kein anderer Weg, als dagegen sofort Rechtsmittel einzulegen. Damit wird dann auf qualifizierter Ebene über die Rechtmäßigkeit solcher Unterstützungsaktionen für Datendiebe entschieden. Letztlich währe der Kauf genauso zielführend, als würde die Bundesregierung den Forderungen von Terroristen und Kidnappern nachgeben. Damit wird nur Anreiz geschafft, eine Straftat zu wiederholen oder zu kopieren.

Mehr habe ich dazu zunächst nicht zu sagen!

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